ALS ES KEINE ERSATZTEILE GAB, MUSSTE MAN SIE MACHEN
Ich bin auf dem Hof einer Tankstelle groß geworden. Mit sechs habe ich Autos betankt, mit zehn hatte ich genug vom verrosteten Pickup meines Vaters — dem alten Wagen mit dem Tank auf der Ladefläche. Ich habe ihn abgeschliffen und in den Farben unserer Tankstelle neu lackiert, rot-blau-weiß. Niemand hatte es mir gezeigt.
Mit dreizehn ging ich nach der Schulglocke in den Karosserie- und Lackierbetrieb. Es gab keine Kurse, es gab Material und Zeit. Und es gab ein Problem, das die ganze Branche prägte: Die Autos kamen als Schrott aus Deutschland, Ersatzteile kamen gar nicht. Wer ein Fahrzeug retten wollte, konnte nichts bestellen. Er musste das Bauteil anzeichnen, formen und einpassen, bis es saß wie das Original.
Was damals Not war, ist heute unsere Fertigungstiefe. Wenn ein Blech nicht mehr lieferbar ist, fertigen wir es an — in originaler Form und Stärke. Das ist keine Notlösung, das ist der Unterschied zwischen Ersetzen und Instandsetzen.
Später kamen die Meisterbriefe und die deutsche Schule der High-End-Restauration. Beides zusammen — die Improvisation von damals und die Präzision von heute — ist das, was in dieser Werkstatt passiert. Wir tauschen nicht, weil es schneller geht. Wir setzen instand, weil das Original mehr wert ist als jedes Neuteil.